SPERLI Gartenzeit 2026

Gartentherapie nutzt Pflanzen und Gartenarbeit gezielt, um Menschen zu helfen, ihre Lebensqualität zu verbessern und Gesundheit zu fördern. Dabei arbeiten speziell ausgebildete Fachpersonen unter Verwendung von Pflanzen als therapeutisches Mittel in einem extra dafür angelegten Therapiegarten. Seit jeher dienen uns Pflanzen als Nahrung, sie liefern Rohstoffe für Kleidung und Baustoffe. Schon früh wusste man um die heilenden Kräfte vieler Pflanzen. Über diesen reinen Nutzen hinaus faszinieren Pflanzen die Menschen mit ihrer vielfältigen Schönheit schon seit Jahrhunderten. Garten & Therapie – Wie passt das zusammen? 50 Die Gartentherapie Mitte des 19. Jahrhunderts begann man in Amerika, Insassen einer psychiatrischen Anstalt Feldarbeit verrichten zu lassen, weil sich die Arbeit im Freien positiv auf die psychische Verfassung auswirken sollte. Mittlerweile wissen wir: Gartenarbeit stärkt Körper und Geist. Sie fördert das Herz-Kreislauf-System, kräftigt Muskeln, verbessert den Schlaf und hilft, sich zu konzentrieren. Das Erfahren positiver Emotionen beim Erleben, wie aus einem Samen eine Pflanze wird. Das Gefühl der Selbstwirksamkeit, wenn sie auf Grund der eigenen Pflege wächst und gedeiht. Und zum guten Schluss die Belohnung, wenn wir die Blüten bestaunen können oder den Salat ernten und darüber freuen, dass er besser schmeckt als der gekaufte. All das sind positive Verstärker für unser Selbstwertgefühl und helfen, den Kopf frei zu bekommen. Gleichzeitig lernen wir, mit Rückschlägen umzugehen – etwa wenn die Schnecken unsere ersten Salatschößlinge auffressen oder uns die Radieschen verhageln. Gärtnern fordert Ausdauer, Geduld und vor allem auch Gelassenheit. Die Arbeit im Garten spricht alle Sinne an: Wir riechen die Erde und die Pflanzen, hören Vögel, spüren Sonne, Wind und Regen. Diese intensiven Sinneseindrücke bringen uns ins Hier und Jetzt und beruhigen das Gedankenkarussell. Positive Wirkung von Naturerfahrung und Gartentherapie Nicht nur aktive Gartenarbeit, sondern auch das bewusste Erleben der Natur wirkt sich positiv auf unsere Gesundheit aus. Studien zeigen, dass das Hören von Naturgeräuschen, wie z. B. Vogelgezwitscher, Stress und Schmerzen reduzieren kann. Regelmäßige Aufenthalte im Wald helfen, Stress abzubauen und wirken psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout entgegen. Zudem senken sie den Blutdruck und das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese vielfältigen Vorteile nutzt die Gartentherapie gezielt. Sie unterstützt Menschen bei körperlichen und seelischen Beschwerden und gewinnt besonders in der Rehabilitation von Schlaganfall Patienten, nach orthopädischen Eingriffen und in der Psychiatrie an Bedeutung. Speziell angelegte Therapiegärten dienen dazu, die Bedürfnisse der Patienten zu erfüllen und Heilung zu fördern. Gartentherapie verbindet Naturerlebnis mit therapeutischer Begleitung – eine kraftvolle Kombination für Gesundheit und Wohlbefinden. Gartentherapie Als Agrarbetriebswirtin und gelernte Gärtnerin gehört Michalea Riedels Leidenschaft den Pflanzen und der Arbeit im Freien. Ihre Überzeugung, dass Gartenarbeit nicht nur körperlich fit hält, sondern auch glücklich macht, veranlasste sie vor einigen Jahren dazu, eine Weiterbildung zur Gartentherapeutin zu absolvieren. Neben ehrenamtlichen Tätigkeiten arbeitet sie am liebsten in ihrem eigenen Gemüsegarten.

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