SPERLI Gartenzeit 2026

Gartentherapie im Alltag Vorbeugen ist besser als heilen. Nicht erst nach einem Schlaganfall oder einer schon diagnostizierten Depression kann Gartentherapie wirksam werden. Wir können die vielen positiven Effekte schon im Vorfeld nutzen, um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Und es ist nicht schwierig, sie in unse- ren Alltag zu integrieren. Jeder, der einen Garten hat und diesen pflegt, erlebt seine persönliche Gartenthera- pie. Aber auch auf dem Balkon oder der Fensterbank können „Therapie-Einheiten“ durchgeführt werden. Kleine Projekte wie Kräuter ziehen, Blumen pflanzen oder Gemüse anbauen bringen Farbe und Leben in den Alltag und fördern das Wohlbefinden. Vor allem Kinder kann man damit eine Freude machen. Säen, pflegen, ernten – das fördert nicht nur die Feinmotorik, sondern auch die Konzentration und das Selbstbewusstsein. Die Kinder erleben, wie sie mit ihrem Tun, Dinge positiv beeinflussen können – und wie lecker ein Butterbrot mit selbstgezogener Kresse schmeckt. Natürlich kann das Gärtnern auf der Fensterbank die Aktivität im Freien nicht ersetzten. Und wo die Möglichkeiten gegeben sind, sollten die Kinder in der Erde graben, Regenwürmer anfassen und sich auch mal nass regnen lassen. In den letzten Jahren haben sich vielerorts Menschen zusammengetan und Gemeinschaftsgärten gegründet. Neben den positiven Aspekten des Gärtnerns, haben diese Orte eine große soziale Bedeutung. Menschen aller Altersgruppen kommen zusammen. Das Wissen der Senioren wird an die Nachwuchsgärtner weitergegeben. Die jungen Gärtner übernehmen die schweren Arbeiten. Gemeinschaftlich und trotz- dem selbstwirksam tätig sein, die eigenen Erfolge teilen, Zufriedenheit spüren und Kompetenzen entwickeln - fachlich als auch sozial. Gemeinschaftsgärten haben ein besonderes Potential, psychischen und sozialen Problemen entgegenzuwirken. So zeigt sich: Gartentherapie ist weit mehr als Gartenarbeit – sie verbindet Körper, Geist und Natur auf einzigartige Weise und schenkt uns Kraft, Ruhe und Lebensfreude für jeden Tag. 51 „Man sollte doch glauben, dass die Berührung mit der Natur, diesem unmittelbaren Ausdruck der Schönheit und Güte, alles Böse im menschlichen Herzen verschwinden lassen müsse.“ Leo Tolstoi, russischer Schriftsteller

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